„Ich hab gerade richtig Puls. Ich springe im Kopf von einem Gedanken zum nächsten. Letzte Woche war ich euphorisch, heute könnte ich alles hinschmeißen.“
So beginnt ein Gespräch mit einem Geschäftsführer aus letzter Woche. Kein Einzelfall. Und wichtig: Es geht hier nicht um ein Unternehmen in der Krise.
Die Aufträge stimmen. Die Zahlen entwickeln sich gut. Wachstum ist greifbar.
Und trotzdem sitzt da ein Inhaber im Videocall und stellt sich die Frage:
Warum fühlt sich das alles so falsch an?
In dieser Folge der Business Tapas geht es nicht um Diagnosen. Nicht um Psychologie oder Mindset. Und auch nicht um mentale Gesundheit im medizinischen Sinn. Es geht um etwas sehr Unternehmerisches: Arbeitsrhythmus. Und um eine These aus meiner Coaching-Praxis: Regelmäßige Erschöpfungsphasen bei Inhabern sind fast nie überraschend. Sie folgen einem festen Rhythmus aus Überleistung ohne Pause.
Wenn außen alles läuft – und innen Erschöpfung dominiert
Der Unternehmer beschreibt Gedankensprünge, Gereiztheit gegenüber Mitarbeitern und das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. Gleichzeitig sagt er:
„Objektiv ist eigentlich alles gut.“
Genau hier zeigt sich ein entscheidender Widerspruch:
- außen: ein funktionierendes Unternehmen
- innen: Erschöpfung, Unruhe und Zweifel
Und genau das ist der Punkt: Etwas passt nicht zusammen.
Der typische Rhythmus hinter der Erschöpfung
In der Praxis zeigt sich immer wieder derselbe Ablauf – fast wie ein Muster:
1. Hohe Energie
Klarer Kopf, schnelle Entscheidungen, hohe Schlagzahl.
2. Überleistung
Abende werden länger, Wochenenden verschwimmen. Pausen? Werden verschoben.
3. Keine Unterbrechung
Kein freier Tag, kein echtes Abschalten. Erholung wird an Bedingungen geknüpft:
„Wenn erst … dann … Pause.“
4. Der Einbruch
Konzentration sinkt, Reizbarkeit steigt, Zweifel kommen auf.
Und dann folgt der klassische Gedanke:
„Das kam plötzlich.“
Nein. Die Erschöpfung kam konsequent.
Warum Erschöpfung alle paar Wochen wiederkommt
Viele Unternehmer erleben diesen Einbruch alle 3–4 Wochen. Warum?
Weil Hochleistung eine Zeit lang funktioniert.
Mit Willen. Mit Verantwortung. Mit Anspruch.
Aber nicht dauerhaft.
Der Akku wird leer.
Und das ist kein emotionales Problem, sondern schlicht Physik.
Der Denkfehler: Pausen werden verschoben
Die meisten wissen, dass Pausen sinnvoll wären.
Aber innerlich sind sie oft nicht erlaubt.
Typische Gedanken:
- „Wenn erst die schwarzen Zahlen da sind …“
- „Wenn das Projekt abgeschlossen ist …“
- „Wenn es ruhiger wird …“
Das Problem: Dieser Moment kommt nicht.
Es gibt immer:
- den nächsten Auftrag
- die nächste Herausforderung
- den nächsten Engpass
Pausen, die nicht fest eingeplant sind, finden nicht statt. So einfach ist das.
Die Lösung ist keine neue Erkenntnis – sondern eine klare Regel
Es braucht kein neues Mindset.
Keine zusätzliche Analyse.
Was es braucht, ist eine feste Regel:
- 6 Tage Arbeit, 1 Tag Pause
- oder 7 Tage Arbeit, 1 Tag Pause
Der konkrete Tag ist egal.
Wichtig ist: Die Regel ist nicht verhandelbar.
Warum feste Pausen wirklich entlasten
Diese Regel wirkt nicht, weil sie motiviert.
Sondern weil sie Entscheidungen abnimmt.
Du musst dich nicht mehr jeden Tag fragen:
„Darf ich mir heute eine Pause erlauben?“
Die Entscheidung ist bereits getroffen.
Was Pause wirklich bedeutet
Pause heißt nicht Urlaub.
Pause bedeutet:
- kein operatives Geschäft
- keine Entscheidungen
- kein „nur kurz“
Es geht um echte Unterbrechung, nicht um Faulheit.
Fazit: Erschöpfung ist kein Zufall
Regelmäßige Erschöpfung ist kein Schicksal.
Sie ist das Ergebnis eines vorhersehbaren Rhythmus.
Überleistung ohne Pause funktioniert, aber nur für begrenzte Zeit.
Wer langfristig leistungsfähig führen will, steuert nicht nur sein Unternehmen, sondern auch seinen eigenen Rhythmus.
Wenn du also alle paar Wochen einbrichst, ist das kein Rätsel.
Es ist eine Regel, die du selbst geschrieben hast.
Und genau deshalb kannst du sie auch ändern.
Benötigst du ein Business Coaching? Dann melde dich bei mir!