Es gibt diese Momente im Berufsalltag, die wahrscheinlich jede Frau kennt.
Ein Spruch.
Halb witzig gemeint. Halb überheblich.
Halb witzig gemeint. Halb überheblich.
So ein Satz, bei dem man kurz denkt: Meint er das jetzt ernst?
Neulich erzählte mir eine junge Kundin von genau so einer Situation. Ein Kommentar im Büro, der irgendwo zwischen Humor, Unsicherheit und Überheblichkeit lag und sie wusste nicht, was sie antworten soll.
Viele Frauen reagieren in solchen Momenten ähnlich:
Sie lächeln. Sie übergehen es. Oder sie rollen innerlich die Augen und machen einfach weiter.
Sie lächeln. Sie übergehen es. Oder sie rollen innerlich die Augen und machen einfach weiter.
Ich habe irgendwann beschlossen, das anders zu machen.
Mit einer guten, charmanten und schlagfertigen Antwort lässt sich so ein Moment komplett drehen. Schlagfertigkeit im Job bedeutet nämlich nicht, aggressiv zu werden, sondern souverän zu reagieren.
Plötzlich steht nicht mehr die Frau in der Defensive – sondern derjenige, der den Spruch gemacht hat.
Und das Erstaunliche: Männer können damit hervorragend umgehen.
Männer kommunizieren anders – im Job und untereinander
Wer viel mit Männern gearbeitet hat, weiß das:
Männer sind untereinander selten besonders lieb und nett.
Sie necken sich.
Sie schießen Sprüche zurück.
Sie testen Grenzen.
Sie schießen Sprüche zurück.
Sie testen Grenzen.
Und gehen abends trotzdem gemeinsam ein Bier trinken.
Warum sollten Frauen dieses Spiel nicht genauso souverän spielen?
Viele Frauen interpretieren solche Bemerkungen sofort als Macho-Angriff. Aber wenn man ehrlich ist, stimmt das oft gar nicht.
In meiner Erfahrung sind viele dieser Sprüche eher unbeholfene Versuche von Smalltalk. Manchmal sogar der Versuch, Eindruck zu machen, weil jemand die Frau interessant findet und nicht weiß, wie er sie normal ansprechen soll.
Kurz gesagt: Viele dieser Kommentare entstehen aus Unsicherheit, nicht aus Überlegenheit.
Diese Erkenntnis hilft, die Situation entspannter zu sehen.
Wenn ein Mann mit einem etwas ungeschickten Kommentar versucht, Kontakt aufzunehmen, reicht oft eine freundliche, humorvolle Antwort. Ein bisschen Schlagfertigkeit nimmt die Spannung aus der Situation und zeigt gleichzeitig Selbstbewusstsein.
Aber es gibt natürlich auch eine zweite Kategorie.
Die Männer, die mit solchen Sprüchen bewusst Dominanz zeigen wollen. Die testen, ob sie jemanden kleinhalten können oder ob sie Widerstand bekommen.
Für genau diese Fälle braucht es eine andere Reaktion:
eine klare, pointierte Antwort, die freundlich wirkt, aber sehr deutlich macht:
eine klare, pointierte Antwort, die freundlich wirkt, aber sehr deutlich macht:
Bis hierhin und nicht weiter.
Mein persönliches Rezept für Schlagfertigkeit im Job: Zwei Antworten parat haben
Über viele Jahre im Berufsleben habe ich mir eine einfache Regel angewöhnt:
Man braucht zwei Antworten.
- Die charmante für den naiven Smalltalk-Versuch.
- Die schlagfertige für den Machtspieler.
Ich habe viele Jahre in klassischen Männerumfeldern gearbeitet. Unter anderem in der Getränkebranche – als Deutschlandchefin von Guinness.
Da fallen Sprüche.
Über die Rolle als Frau.
Über Auftreten.
Über Aussehen.
Über „kann die überhaupt mithalten?“
Über die Rolle als Frau.
Über Auftreten.
Über Aussehen.
Über „kann die überhaupt mithalten?“
Über alles Mögliche.
Ich habe mir das nie persönlich zu Herzen genommen.
Ich habe zurückgeschossen.
Nicht aggressiv.
Nicht beleidigt.
Sondern mit Humor.
Nicht beleidigt.
Sondern mit Humor.
Und erstaunlicherweise passiert dann immer das Gleiche:
Der Raum lacht. Der Sprücheklopfer wird kurz rot. Und plötzlich ist klar, dass man mit dieser Frau auf Augenhöhe sprechen sollte.
Der Raum lacht. Der Sprücheklopfer wird kurz rot. Und plötzlich ist klar, dass man mit dieser Frau auf Augenhöhe sprechen sollte.
Schlagfertigkeit ist kein Angriff.
Schlagfertigkeit ist Selbstrespekt.
Schlagfertigkeit ist Selbstrespekt.
Meine Erfahrung aus fast vier Jahrzehnten Beruf:
Respekt bekommt nicht der Mensch, der alles schluckt.
Respekt bekommt der Mensch, der souverän kontert.
Respekt bekommt der Mensch, der souverän kontert.
Fünf typische Situationen und mögliche Antworten
Viele Kommentare im Berufsalltag wiederholen sich erstaunlich oft. Hier sind fünf typische Beispiele – und mögliche Antworten.
1. Der plumpe Kommentar über den Körper
Kommentar:
„Du hast aber einen richtig guten Hintern.“
„Du hast aber einen richtig guten Hintern.“
Antwort:
„Gut, dass dir das auffällt. Noch besser wäre, wenn dir auch meine Arbeit auffällt.“
„Gut, dass dir das auffällt. Noch besser wäre, wenn dir auch meine Arbeit auffällt.“
2. Attraktiv – aber angeblich nicht kompetent
Kommentar:
„Du bist ja hübsch. Hätte ich gar nicht gedacht, dass du dich damit so gut auskennst.“
„Du bist ja hübsch. Hätte ich gar nicht gedacht, dass du dich damit so gut auskennst.“
Antwort:
„Danke. Ich kann sogar beides gleichzeitig.“
„Danke. Ich kann sogar beides gleichzeitig.“
3. Der Klassiker „Fleißiges Lieschen“
Kommentar:
„Na, unser kleines Fleißlieschen wieder.“
„Na, unser kleines Fleißlieschen wieder.“
Antwort:
„Stimmt. Irgendjemand muss den Laden ja am Laufen halten.“
„Stimmt. Irgendjemand muss den Laden ja am Laufen halten.“
4. Der Kompetenz-Test
Kommentar:
„Kannst du da überhaupt mithalten?“
„Kannst du da überhaupt mithalten?“
Antwort:
„Keine Sorge. Ich warte oben auf dich.“
„Keine Sorge. Ich warte oben auf dich.“
5. Der unterschwellige Machtversuch
Kommentar:
„Du bist aber ganz schön direkt.“
„Du bist aber ganz schön direkt.“
Antwort:
„Stimmt. Spart uns beiden Zeit.“
„Stimmt. Spart uns beiden Zeit.“
Dianas 10 Lieblingskonter aus 40 Jahren Management
Ich habe viele Jahre in der Getränkebranche gearbeitet. Auf Messen, bei Kunden, in Kneipen, auf Veranstaltungen. Oft war ich die einzige Frau im Raum.
Das hatte zwei Folgen:
Es gab viele Sprüche.
Und erstaunlich viele Männer waren überzeugt, sie könnten mich unter den Tisch trinken.
Es gab viele Sprüche.
Und erstaunlich viele Männer waren überzeugt, sie könnten mich unter den Tisch trinken.
Mit der Zeit entwickelt man dafür ein dickes Fell – und ein paar schlagfertige Antworten.
Hier sind zehn Konter, die mir immer wieder gute Dienste geleistet haben.
1. Wenn jemand versucht, dich unter den Tisch zu trinken
„Ich trinke gern mit. Aber ich arbeite morgen auch noch.“
„Ich trinke gern mit. Aber ich arbeite morgen auch noch.“
2. Wenn jemand sagt: „Mit dir würde ich gern mal einen trinken gehen.“
„Kein Problem. Aber dann reden wir auch über das Geschäft.“
„Kein Problem. Aber dann reden wir auch über das Geschäft.“
3. Wenn jemand glaubt, dich beim Trinken schlagen zu können
„Du kannst gern versuchen mitzuhalten.“
„Du kannst gern versuchen mitzuhalten.“
4. Wenn jemand dich unterschätzt
„Das passiert öfter. Meistens nur einmal.“
„Das passiert öfter. Meistens nur einmal.“
5. Wenn jemand dein Aussehen kommentiert
„Danke. Ich werde trotzdem für meine Arbeit bezahlt.“
„Danke. Ich werde trotzdem für meine Arbeit bezahlt.“
6. Wenn jemand fragt: „Kannst du da überhaupt mithalten?“
„Keine Sorge. Ich warte oben.“
„Keine Sorge. Ich warte oben.“
7. Wenn jemand dich mit einem Spruch testen will
„Ist das der humorvolle Teil oder kommt noch etwas Inhalt?“
„Ist das der humorvolle Teil oder kommt noch etwas Inhalt?“
8. Wenn jemand versucht, dich kleinzureden
„Interessante Theorie. Die Praxis sieht meistens anders aus.“
„Interessante Theorie. Die Praxis sieht meistens anders aus.“
9. Wenn jemand dich belehren will
„Ich höre mir das gern an – und danach vergleichen wir die Ergebnisse.“
„Ich höre mir das gern an – und danach vergleichen wir die Ergebnisse.“
10. Wenn der Spruch ins Leere läuft
Lächeln und sagen: „Weiter.“
Lächeln und sagen: „Weiter.“
15 kurze Konter, die man sich leicht merken kann
Schlagfertigkeit funktioniert am besten, wenn die Antwort kurz ist. Ein Satz reicht.
Hier sind ein paar Klassiker, die im Berufsalltag oft funktionieren:
- „Interessanter Kommentar. Jetzt zurück zum Thema.“
- „Ich wusste gar nicht, dass wir heute über mein Aussehen sprechen.“
- „Danke. Und jetzt zu den Fakten.“
- „Das war der humorvolle Teil – jetzt kommt der professionelle.“
- „Keine Sorge. Ich kriege das schon hin.“
- „Du wirst überrascht sein.“
- „Das denken viele – bis sie die Ergebnisse sehen.“
- „Stimmt. Und trotzdem funktioniert es.“
- „Ich sehe schon, du unterschätzt mich gern.“
- „Interessante Theorie.“
- „Ich setze lieber auf Ergebnisse.“
- „Direkt spart Zeit.“
- „Keine Angst, ich erkläre es dir gleich.“
- „Ich glaube, wir konzentrieren uns besser auf die Lösung.“
„Ich lasse gern meine Arbeit sprechen.“
Der wichtigste Punkt bei Schlagfertigkeit
Der Satz allein macht es nicht.
Entscheidend sind drei Dinge:
- ruhig bleiben
- lächeln
- danach sofort wieder zum Thema zurückgehen
Damit passiert etwas Entscheidendes:
Man setzt eine Grenze ohne die Situation eskalieren zu lassen.
Und genau das ist die eigentliche Kunst von Schlagfertigkeit.
Ich jedenfalls werde das auch in Zukunft so handhaben.
Wenn jemand einen dummen Spruch über meine Arbeit, meine Größe oder meine Figur macht, bekommt er eine charmante Antwort zurück.
Und meistens ist danach sehr schnell Ruhe im Karton.