Unternehmer und Digitalisierung – Passt besser als gedacht

Ein Artikel von Diana Walther

Die Digitalisierung in unserem Leben nimmt zu: Wir informieren uns online über lokale Dienstleister, kaufen im Onlineshop unseres Lieblingsanbieters ein und kommunizieren über Messanger und soziale Netzwerke. Fast jedes Unternehmen hat heute eine eigene Website, viele zeigen sich in den sozialen Medien, um Kunden zu halten und neue zu gewinnen.

Skepsis siegt

Doch es gibt noch viele mittelständische Unternehmer, die sich mit solchen Angeboten schwertun. Bringe ich dieses Thema in ein Gespräch ein, erlebe ich dies: Der Angesprochene senkt den Kopf, murmelt etwas von „Kosten“ und „Zeitmangel“ – und wechselt schnellstmöglich das Thema. Auf Nachfrage erfahre ich, dass er einfach skeptisch ist; schließlich verdanken er und andere Mittelständler ihren Erfolg auch einer gesunden Distanz gegenüber Neuerungen. Der Mittelstand war schon immer der Bewahrer von Traditionen und Werten in der Wirtschaft.

Dieses Bewahren scheint heute nicht mehr gefragt zu sein. Und insgeheim schämt sich manch ein gestandener Geschäftsmann dafür, dass er keine Vorstellung hat von Content und Conversion und sich nicht erwärmen kann für E-Mail-Marketing und Erklärvideos.

Druck oder Chance: Die Vorteile finden

Andererseits steigt der Druck: Wer jetzt nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke, heißt es oft. Dieser Konflikt belastet viele Mittelständler. Manche Unternehmer verbergen hinter ihrer Skepsis auch, dass sie sich mit den Möglichkeiten der Digitalisierung nicht auskennen und keine Ahnung haben, wo sie anfangen sollen. Sie können in diesem Bereich nicht auf gewachsene Erfahrungen und bewährtes Wissen zurückgreifen. Stattdessen sollen sie entweder vieles neu lernen oder wichtige Unternehmensabläufe in fremde Hände geben, noch dazu für teures Geld. Ich kann jeden verstehen, der sich damit schwertut.

Doch Digitalisierung kann eine Chance sein:

  • Eine Maschine meldet dem Service frühzeitig, dass sie ein Ersatzteil benötigt.
  • Terminabsprachen verlaufen effizienter dank digitaler Kalender.
  • Fragen von Kunden werden im CRM- oder WaWi-System vermerkt und jeder Kollege kann jederzeit darauf zugreifen.
  • Wer unterwegs ist, greift über einen digitalen Speicher auf benötigte Dokumente zu.

Digitalisierung ist ein Oberbegriff für viele unterschiedliche Anwendungen. Deshalb sollte vor allem anderen eine Analyse des tatsächlichen Bedarfs erfolgen. In der Praxis wird jedoch oft versucht, fertige Onlinekonzepte zu übernehmen.

Die richtige Wahl: Passgenaue Lösungen

Es ist wie auf einem Großmarkt: Viele Artikel, zusammengefasst in scheinbar unsystematischen Warengruppen, lauthals angepriesen von engagierten Verkäufern - und ringsherum das Stimmengewirr der anderen Interessenten. Es ist schwer, auf diese Weise eine Auswahl zu treffen. Erst recht, wenn man nicht einschätzen kann, was dem eigenen Unternehmen wirklich nützt.

Ich empfehle Unternehmern, anders an die Digitalisierung heranzugehen. Die Frage sollte nicht lauten, ob das Konzept X oder Modul Y eingesetzt wird. Sondern, welche Abläufe können durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel vereinfacht werden. Nicht das Unternehmen wird passend für die Digitalisierung gemacht, sondern umgekehrt: Ich entwickle gemeinsam mit dem Unternehmer anhand der geschäftlichen Bedürfnisse und Zielsetzungen maßgeschneiderte Prozesse, für die wir dann die passenden digitalen Lösungen finden.

Es ist für mich immer ein tolles Erlebnis, wenn ein Unternehmer, der gerade noch ein großer Skeptiker war, sich engagiert in seine passgenauen Anwendungen einarbeitet und die ersten Erfolge sich schon bald einstellen.

Lesetipp für Skeptiker: Mensch zweifle - aber richtig!

Bildnachweis: Gert Altmann auf Pixabay

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