Diana Walther beim Gründercoaching

Warum Deutschland mehr Unternehmer als Mentoren braucht

Unternehmertum lernt man nicht aus Folien: Warum echte Praxiserfahrung und ehrliche Mentoren für Gründer entscheidend sind.

Inhaltsverzeichnis

Viele reden über Gründerkultur.
Über Innovation.
Über Start-ups.
Über neue Geschäftsmodelle.
 
Aber viel zu wenige reden darüber, wer Gründer eigentlich wirklich auf das Unternehmertum vorbereitet.
Denn aus meiner Sicht scheitern viele Gründungen nicht an der Gewerbeanmeldung, dem Businessplan oder der fehlenden Excel-Tabelle.
Sie scheitern daran, dass niemand ehrlich mit den Menschen hinter der Idee spricht.
 

Die meisten Gründer brauchen keine Motivation. Sie brauchen Realität.

In den letzten Jahren habe ich viele Gründerseminare gesehen.
Und oft ähneln sie sich:
  • Businessplan schreiben
  • Fördermittel beantragen
  • Rechtsformen vergleichen
  • Steuerliche Grundlagen erklären
Das alles ist wichtig. Ohne Frage.
Aber das sind technische Grundlagen.
 
Unternehmertum passiert später. Im echten Leben.
Dann, wenn:
  • der erste Kunde abspringt,
  • die Positionierung nicht funktioniert,
  • niemand kauft,
  • Zweifel kommen,
  • Geld knapp wird,
  • Entscheidungen getroffen werden müssen,
  • oder man plötzlich merkt:
    „Ich habe eine Idee gegründet, aber kein funktionierendes Unternehmen.“
Genau dort beginnt die eigentliche Herausforderung.
 

Unternehmertum ist kein Schulfach

Viele Gründercoaches haben selbst nie:
  • Mitarbeiter geführt,
  • Vertrieb aufgebaut,
  • Krisen erlebt,
  • Verantwortung für Gehälter getragen,
  • Unternehmen skaliert,
  • oder echte unternehmerische Drucksituationen erlebt.
Das merkt man.
Denn Theorie kann erklären, wie Gründung funktioniert.
Praxis erkennt, warum Menschen scheitern.
 
Und genau deshalb glaube ich:
Deutschland braucht dringend mehr Unternehmer, die bereit sind, ihr Wissen weiterzugeben.
 
Nicht als Influencer.
Nicht als Motivationsredner.
Sondern als ehrliche Sparringspartner.
 

Warum ich Gründer heute anders begleite

Ich habe klassische Gründerseminare irgendwann weitgehend aufgegeben.
Nicht, weil ich Gründungen uninteressant finde.
Sondern weil ich keine Lust mehr hatte auf Veranstaltungen, in denen Menschen nur „absitzen“, ohne wirklich gründen zu wollen.
Aber manchmal entstehen Gruppen, bei denen man sofort merkt:
Da sitzen Menschen, die ernsthaft nachdenken.
Menschen, die:
  • reflektieren,
  • Verantwortung übernehmen wollen,
  • bereit sind, Kritik anzunehmen,
  • und wirklich verstehen möchten, was Unternehmertum bedeutet.
Dann macht diese Arbeit unglaublich viel Spaß.
 
Vor kurzem durfte ich genau so eine Gruppe begleiten — gemeinsam mit der Transfergesellschaft proPerson GmbH.
Und an dieser Stelle möchte ich das auch einmal bewusst sagen:
Es gibt viele Organisationen im Bereich Transfer und Neuorientierung. Aber proPerson gehört aus meiner Sicht zu denjenigen, die Menschen wirklich ernst nehmen.
Dort geht es nicht nur darum, Prozesse abzuwickeln oder Maßnahmen zu erfüllen.
Dort wird sich ehrlich bemüht, Menschen in schwierigen Übergangsphasen Orientierung, Unterstützung und echte Chancen zu geben.
Gerade deshalb hat die Zusammenarbeit in diesem Webinar so gut funktioniert.
Denn dann entstehen echte Gespräche:
  • Ist meine Idee überhaupt marktfähig?
  • Bin ich als Mensch für Selbstständigkeit gemacht?
  • Wie positioniere ich mich?
  • Wie verkaufe ich?
  • Wie gehe ich mit Rückschlägen um?
  • Wie verhindere ich, dass ich mich in meiner eigenen Idee verliere?
Das sind die Fragen, die über Erfolg oder Scheitern entscheiden.
 

Ich hatte selbst kaum echte Mentoren

Während meiner eigenen Gründung gab es viele theoretische Ratschläge.
Aber nur wenige Menschen, die wirklich verstanden haben, wie sich Unternehmertum anfühlt.
Wie es ist:
  • nachts Entscheidungen alleine zu treffen,
  • Verantwortung zu tragen,
  • Krisen auszuhalten,
  • weiterzumachen, obwohl man zweifelt,
  • und trotzdem für andere stark zu bleiben.
Vielleicht sehe ich die Arbeit mit Gründern deshalb heute auch ein Stück weit als Verantwortung.
Oder sogar als Ehrenamt.
Nicht, weil sie wirtschaftlich besonders attraktiv wäre.
Sondern weil ich glaube, dass Erfahrung weitergegeben werden muss.
 

Mehr Realität. Weniger Folienwissen.

Vielleicht wäre das einer der größten Hebel für bessere Gründungen in Deutschland:
Mehr Unternehmer als Mentoren.
Mehr echte Erfahrungen.
Mehr Ehrlichkeit.
Mehr Praxis.
Und weniger Hochglanz-Theorie.
 
Denn manchmal reicht schon ein einziger Mensch, der sagt:
„Die Idee hat Potenzial. Aber so funktioniert sie noch nicht.“
Oder:
„Hör auf zu träumen und fang an umzusetzen.“
 
Das verändert mehr als jede PowerPoint-Präsentation.